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Interview mit dem 3D-Artist und Gamedesigner Vincent Fraunhoffer


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Mi, Feb 24, 2010

Interviews

Im heutigen Interview mit Vincent Fraunhoffer geht es um seine Ausbildung zum Gamedesigner und seinen heutigen Beruf.

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Vincent Fraunhoffer

Hallo Vincent, Du hast Gamedesign studiert und den Bachelor of Science Abschluss. Welche Fachhochschule hast du besucht und wie lange dauerte Dein Studium?

Hallo Lars, es freut mich hier auf 3D-Sucher deine Fragen beantworten zu können.

Besucht habe ich die Media Design Hochschule in München. Die Schule wird kurz MD.H genannt und hat auch Zweigstellen in Berlin und Düsseldorf. An allen Niederlassungen wird der Studiengang Gamedesign, also die Entwicklung von Computerspielen angeboten.

Das Studium dauert sechs Semester. Als Abschluss erhält der Absolvent dann einen offiziellen Bachelor of Science. Ab diesem Jahr bietet die MD.H in Düsseldorf auch einen Master Studiengang in Gamedesign anbieten, damit man sein Wissen in diesem Bereich wissenschaftlich noch weiter vertiefen zu können. Die anderen Zweigstellen werden vermutlich im nächsten Jahr folgen.

Was für Kosten kamen auf dich zu und wie hast du diese finanziert?

Das Studium kostet momentan 849€ im Monat. Das ist natürlich ein stolzer Preis, der sich aber z.B. durch BAföG oder Stipendien reduzieren läßt. Ohne finanzielle Hilfe meiner Eltern wäre das Studium für mich aber nicht möglich gewesen.

Wie beurteilst du das Studium? Was hat dir besonders gut gefallen, was hat Dir gefehlt?

Das Gamedesign Studium hat mir sehr gut gefallen. Den Studenten wurde genug Zeit gelassen sich alle Teilbereiche des Studiums genau anzuschauen um sich dann zu spezialisieren und seine Stärken ausbauen zu können. Eine solche Orientierungsphase ist wichtig damit man sichergehen kann keine falschen Entscheidungen zu treffen. Entscheidet man sich beispielsweise für die Laufbahn als Grafiker werden mehr Design orientierte Kurse gewählt. Studenten die sich eher die Laufbahn als Programmierer in der Spiele-Branche vorstellen können wird die Spezialisierung auf Programmierung angeboten. Das System ist sehr gut, da mit dieser Aufteilung auch schon die spätere Zusammenarbeit zwischen den Kompetenzen im Studium gut trainiert werden kann.

Vielleicht könnte man mit dieser Spezialisierung schon nach dem zweiten Semester anfangen, die Möglichkeit sich zu orientieren hat man aber dennoch.

Wie hast du nach dem Studium in den Beruf gefunden und was machst du jetzt genau?

Ich bin nach dem Studium direkt in die Selbständigkeit gegangen. Das war ein großer und riskanter Schritt aber ich bereue keinen Tag davon! Da ich mich schon in meiner Studienzeit auf 3D Design für Computerspiele spezialisiert hatte war es erstaunlich einfach mich als 3D Grafiker selbständig zu machen. Natürlich hat man zu Beginn mit vielen Dingen zu kämpfen mit denen man nicht gerechnet hatte, das gehört aber dazu.

Ich habe mit meinem Partner Johannes Fichtmüller, den ich im Studium kennen gelernt habe zusammen eine PartG gegründet. Wir bieten 3D Visualisierungen, Animationsfilme und Gameart an. Zu unseren Kunden gehören medizinische Verlage, Architekten & Planungsbüros, Werbeagenturen, Unternehmen aus der Baubranche und natürlich die Games Branche wo wir gerade in zwei Projekten involviert sind.

Hat Dich die Schule für den Start in das Berufsleben unterstützt?

Ja sehr! Im Rahmen der Hilfe für Existenzgründung hat uns die Media Design Hochschule günstige Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Der Karriereservice der MD.H, insbesondere Frau Maren Müller-Bierbaum hat uns zu Beginn unserer Selbständigkeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden und uns mit Beratung und Akquise sehr geholfen. Ohne diese Hilfe wäre der Schritt in die Selbständigkeit bedeutend schwieriger geworden.

Welche Tipps hast du an junge Leute, die diesen Weg einschlagen möchten?

Man darf nicht vergessen dass die Games- und Grafik-Branche ein hart umkämpftes Gebiet ist. In das Studium sollte man viel Eigenmotivation mitbringen und sich auch nach den Kursen mit der Thematik beschäftigen. Wichtig ist es auch früh Kontakte in die Branche aufzubauen.

Welche Vorkenntnisse und Fähigkeiten sind für das Studium zum Gamedesigner von Vorteil?

Ganz klar eine Affinität zu Computerspielen und auch die Bereitschaft sich wissenschaftlich mit diesen auseinander zusetzen. Einige Vorkenntnisse in 2D / 3D Grafik oder Programmierung sind natürlich gut, aber nicht zwingend notwendig. Auch die Grundkenntnisse werden im Studium vermittelt.

Wie sieht Deiner Meinung die Zukunft für Gamedesigner aus?

Die Gamesbranche war bisher ein Feld für Quereinsteiger aus völlig verschiedenen Branchen. Das nimmt jetzt immer mehr ab. Es ist zwar natürlich immernoch möglich als Quereinsteiger in der Branche Fuß zu fassen. Aber dadurch das es jetzt Hochschulen gibt die hochqualifizierte Fachkräfte auf den Markt bringen wird die Zahl der Quereinsteiger meiner Meinung nach drastisch zurückgehen. Warum sollte z.B. ein Unternehmen einen Grafiker einstellen der zwar viel von Grafik versteht wenn es auch einen Grafiker haben kann der viel von Grafik aber auch viel über das Gamedesign an sich weiß? Eine Spezialisierung in diesem Feld war schon lange überfällig. In Zukunft werden die Gamedesigner aus eben solchen Hochschulen wie der MD.H kommen die sich auf Gamedesign spezialisiert haben.

Vielen Dank für das Interview. Ich hoffe, dass dieses Interview angehenden Gamedesignern eine Hilfe ist und wünsche Dir für die Zukunft alles Gute.

-> 3D-Sucher.de Profil von Vincent Fraunhoffer

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